WISSENSCHAFTLICHE GRUNDLAGEN

Stressprävention: Stressverhinderung vs. Symptomlinderung

Das Seminar „Stressprävention durch Leistungsoptimierung“ ist auf Prävention im Sinne von Stressverhinderung statt bloßer Symptomlinderung ausgelegt. Angesetzt wird also an der Ursache statt an der Konsequenz. Diesem Prinzip folgend, lernen Sie im Seminar Ihre Verhaltens- und Vorgehensweisen bei der alltäglichen oder beruflichen Aufgabenbewältigung zu realisieren und optimieren um dadurch der Entstehung von Stresssymptomen vorzubeugen. Stress auslösende Reize werden dadurch entschärft beziehungsweise auf gesundheitsförderliche Art und Weise verarbeitet und verlieren somit an Relevanz für Ihre persönliche Leistungsfähigkeit.

Leistungsfähigkeit: Aktivierungsniveau und Selbstwirksamkeit

Zeitvorgaben, Rahmenbedingungen, Beziehungen, Rollen, Umwelteinflüsse, körperliche Fitness, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten.  Nur ein paar Beispiele aus einer Vielzahl von Faktoren und Bedingungen, welche die individuelle Leistungsfähigkeit beeinflussen. Abhängig von der jeweiligen Anforderungen oder Situation definieren verschiedene dieser Faktoren unterschiedlich stark wie erfolgreich Sie die an Ihre Person gestellten Aufgaben bewältigen können.

Es gibt aber auch grundsätzliche Einflussfaktoren von denen Ihre Leistungsfähigkeit – unabhängig von Anforderung oder Situation – entscheidend abhängig ist. Dies sind die innerpsychologischen Bedingungen Kognition, Emotion und Motivation zusammengefasst unter dem Begriff Aktivierungsniveau. Diese drei Bedingungen bestimmen einen entscheidenden Faktor für erfolgreiches Handeln: die Selbstwirksamkeit

(Selbstwirksamkeit bezeichnet die Überzeugung durch eigenen Kompetenzen gewünschte Ziele und Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Die sich dadurch einstellenden Erfolge führen auf Dauer zu größerem Wohlbefinden.)

Ein stabiles und optimiertes Aktivierungsniveau stellt folglich eine entscheidende Grundvoraussetzung für hohe Leistungsfähigkeit und Gesundheit dar. Bei unzureichender Anpassung an die zu bewältigenden Aufgaben drohen Leistungsabfall, Antriebslosigkeit, Selbstzweifel und das Aufbrauchen von physischen und psychischen Ressourcen. Insbesondere wenn hohe Leistungsanforderungen zu erfüllen sind, bedeutet dies unwillkürlich weiteren Stress und kann langfristig auch zu Erkrankungen wie beispielsweise Burnout führen.

Im Seminar “Stressprävention duch Leistungsoptimierung” werden konkrete und in der Praxis bewährte Methoden gelernt, die auf Stabilisierung und Optimierung Ihres Aktivierungsniveaus abzielen.

Leistungsoptimierung: Psychologisch orientiertes Training (POT)

Erste wissenschaftliche Untersuchungen um diesem Prozess entgegenzuwirken und zu verhindern, wurden im Bereich des Leistungssports durchgeführt. Auch hier wurden praxistaugliche, strukturierte und Erfolg versprechende Programme (Psychologisch Orientierte Trainings - POTs) zur Stabilisierung und Optimierung des Aktivierungsniveaus entwickelt. Da diese Programm Leistungsfähgikeit und Selbstwirksamkeit erhöhen, sind sie heutzutage unverzichtbarer Bestandteil von Trainingsplänen erfolgreicher Athletinnen und Athleten. Neben besseren Leistungsergebnissen, kann durch POTs nachweislich die persönliche Belastbarkeit gesteigert und somit Stresssymptomen und stressbedingten Erkrankungen entgegengewirkt werden.
 
Die Komination einzelner POT-Techniken wie dem Mentalen Training mit aktuellen Ergebnissen der psychologischen Forschung führte zu einer Methode (Goal Shielding nach Gollwitzer), die in vielen Bereichen Anwendung findet (z.B. der Rehabilitation,Ernährungsprogrammen, Einführung Prozessoptimierung in Unternehmen). Dabei wurde der aus dem Leistungssport bekannte große Nutzen bezüglich Leistungsoptimierung und dadurch resultierender Stressprävention wiederholt bestätigt.

Ein in Anlehnung an das Goal Shielding nach Gollwitzer entstandenes und wissenschaftlich evaluiertes Programm ist ein weiterer Bestandteil des Seminars “Stressprävention durch Leistungsoptimierung”.  

Das Goal Shielding

Entwickelt als praktische Umsetzung der Theorie der intentionalen Handlungssteuerung (Gollwitzer, 1999) baut das Goal Shielding auf zwei wesentliche Elemente: Zielintentionen und Handlungspläne.

Zahlreiche Studien durchgeführt in unterschiedlichsten Bereichen bestätigen die Effektivität dieser beiden einfachen Mittel bezüglich höherem Leistungsvermögen, gesteigerter Selbstwirksamkeit und Stressreduktion (Zusammenfassung: Achtziger & Gollwitzer, 2008). Beispielsweise beim Durchführen von Ernährungsumstellungs- und Gewichtsreduktionsprogrammen, der psychologischen Vorbereitung von Polizisten auf stressintensive Situtionen oder der Einführung prozessoptimierender Vorgänge in Betrieben.

Das Goal Shielding nach Gollwitzer stellt ein einheitliches und einfach erlernbares Programm für die Anwendung von Zielintentionen und Handlungspläne dar, eingebettet in ein psychologisch orientiertes Training.

Es zeichnet sich insbesondere durch folgende Vorteile aus:

- hohe Praxistauglichkeit
- schnelle Erlern- und Andwendbarkeit sowie
- Effizienz bei der Anwendung

also hoher zu erwartender Nutzen bei geringem matriellem und zeitlichen Aufwand.

Nach intensiver wissenschaftlicher Testung und Evaluation (Bioni, Achtziger & Gentsch, 2010) wurde das Goal Shielding nach Gollwitzer nun speziell für das Seminar „Stressprävention durch Leistungsoptimierung“ weiterentwickelt. Dadurch ist es möglich, das Goal Shielding für Ihren persönlichen Alltag und berufliche oder private Herausforderungen und Ziele anzuwenden.

Für Firmen kann dieses Programm ebenfalls für Unternehmensprozesse und –ziele genutzt werden.
(klicken Sie hier für Details).

Stresskonzept

Das Seminar basiert auf einem umfassenden Stresskonzept, welches sich aus der Zusammen-führung verschiedener Ergebnisse wissenschaftlicher Stressforschung ergibt.

Hierzu zählen biophysiologische Grundlagen wie die Alarmreaktion (Cannon, 1936), das Allgemeine Adaptionssydrom (Selye, 1956) und der aktuelle Forschungsstand bezüglich zentralnervöser Prozesse, langfristiger stressbedingter Erkrankungen sowie körperlicher und psychischer Warnsignale.

Stress entsteht in der Interaktion Mensch und Umwelt. Daher sind neben physiologischen auch psychologische Aspekte der Stressforschung zentrale Bestandteile des Stresskonzepts.

Im Vordergrund steht dabei das Transaktionale Stressmodell (Lazarus und Folkman, 1986).
Dieses beinhaltet psychische Ursachen und Verlauf von Stress aufgrund der individuellen Bewertung von Stressoren. Außerdem die Darstellung möglicher Konsequenzen auf kognitiver, emotionaler, motivationaler und Verhaltensebene. Zugleich lassen sich aus diesem Modell Bewältigungsstrategien und Lösungskonzepte ableiten.

Die Interaktion auf sozialer Ebene bedeutet eine der größten Stressquellen. Folglich wurden in das Stresskonzept auch Theorien zur Kommunikationsoptimierung, zum Perspektivenwechsel und zu Problemlösestrategien auf Teamebene integriert.
 

STRESSPRÄVENTION

Leistungsfähig bleiben - Ziele erreichen!